Sono Raetsel di Jena. Sono Qyper dal 16.07.2006
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Il profilo di Raetsel
Elenite
Schwarzes Meer, Bulgarien
12.07.2007
(aggiornata il 16.04.2009)
U * R * L * A * U * B – sechs magische, genüssliche, seit langem heißersehnte Buchstaben!
Endlich ist es soweit und aus dem Traum, dem Alltag für eine gewisse Zeit entfliehen zu können, soll in wenigen Stunden Wirklichkeit werden!
(Allen, die zu Hause bleiben müssen oder deren ‚Auszeit’ noch etwas warten muss, seid nicht traurig – ich werde an Euch denken :-) – Versprochen!!!)
Aber wie das so üblich ist, muss man sich einen Urlaub ja auch haushalterisch hart erarbeiten und dabei nicht wenig Durchhaltevermögen, strategisches Geschick und Beharrlichkeit (vor allem bei pubertierenden Teenies) an den Tag legen. Auch die Waschmaschine muss noch einmal Höchstleistungen vollbringen. Sämtlichste Blumen wollen eine letzte persönliche Vorurlaubsansprache, Eltern die ultimativen Gießinstruktionen, Abmeldemails an den gesamten Freundeskreis versandt werden.... Auch der Kühlschrank für den zwischenzeitlich einreitenden studierenden Sohn will noch bis Oberkante gefüllt werden ... ja und dann gibt es noch das absolute von mir „geliebte“ Highlight – das Kofferpacken. Ich kann es einfach nicht verstehen, warum noch keiner die Sich-selbst-pack-Koffer erfunden hat. Das wäre doch mal ein echter Zeitgewinn und die Marktlücke!
Ich denke, die Hälfte habe ich inzwischen schon erfolgreich verstaut – nun musste ich mir aber erst einmal noch eine kleine qype-mässige Verschnaufpause gönnen. Ohnehin nur schwer vorstellbar, nun erst einmal drei Wochen auf QYPE-Entzug zu sein!
Aber wo soll es eigentlich hingehen?
ELENITE in Bulgarien! – Klingt nicht unbedingt wie der Nabel der Welt. Sollte es aber auch nicht sein. Wir wollten ein ruhiges, landschaftlich schön gelegenes, noch nicht so touristisch überlagertes Fleckchen. Außerdem stand noch die Herausforderung, meinen Junior (er steht mit seinen knapp 15 Lenzen nicht vordergründig auf Kultur & Kunst oder Entdecken von Land & Leuten) vor Langeweile zu schützen und uns damit die Chance auf einen harmonisch verlaufenden Urlaub einzuräumen. Dies konnte nur eine sportiv orientierte Hotelanlage sein, die vor allem BILLARD (kostenfrei) bieten musste (man muss wissen, dass Sohnemann dies leistungsmäßig betreibt und am liebsten 8 und mehr Stunden täglich spielen würde – das wäre dann etwas teuer, wenn jedes einzelne Spiel zu bezahlen wäre). Laut Internet (http://www.victoria-group.net/hotelroyalpark) und den Empfehlungen des Reisebüros sollen all diese Prämissen in der nun von uns gebuchten vereint sein. We will see! Auf jeden Fall freuen wir uns auf die bulgarischen Impressionen, die hoffentlich – zumindest überwiegend – positiv ausfallen werden.
Bisher weiß ich über Elenite allerdings nur, dass es sich um ein kleines Feriendorf an der südlichen Schwarzmeerküste Bulgariens handelt, 8 km nördlich vom Sonnenstrand. Die nächst größere und bekannte Stadt ist in 40 km-Entfernung Burgas. E. scheint auf einer Art kleiner Halbinsel zu liegen, wo der Balkan mit seinen Ausläufern direkt bis ans Meer reicht. Die Anlage befindet sich in einer kleinen stillen Bucht mit einem 800 m langen Sand- beziehungsweise Kiesstrand. Klingt auf jeden Fall nicht übel.
Gebucht haben wir „all inclusive“ – eine herrlich-süße Vorstellung! Kein Einkaufen, kein Kochen, kein Aufräumen, gemäkelt wird über die Kochresultate anderer – ach, das wird bestimmt schööön!
Ich hoffe, dass sich der eine oder andere Ausflug entlang der Küste oder ins Landesinnere realisieren und sich Orte finden lassen, die das ursprüngliche Bulgarien zeigen, fernab des sicher auch dort zunehmend mehr einziehenden Massentourismus. Das würde ich mir wünschen – abgesehen natürlich vom blauen Meer (obwohl es ja eigentlich SCHWARZES Meer heißt), weichem Sandstand, Sonne, Wärme, Licht – abends dann einen kühlen-coolen Cocktail – Sonnenuntergang – Romantik und Erholung pur.
Ich bin schon wieder am Träumen, aber die Realität ruft, sprich, die restlichen Dinge wollen noch geschickt in den begrenzten Dimensionen meines Koffers positioniert werden.
Wünsche Euch nun allen einen tollen Sommer! Eure Mails werden mir fehlen! Bin wirklich froh, QYPE entdeckt zu haben!
Dann bis August mit neuen Berichten!
Thüringer Bratwurst
Thüringenweit,
05.07.2007
(aggiornata il 16.04.2009)
GEMÜSE TRIFFT BRATWURST – so in etwa könnte ich meinen Bericht überschreiben.
Ich, als „eingefleischte“ Vegetarierin, wage mich heute einmal auf ein etwas heikles Terrain. Aber da ich schon von mehreren lieben Mitqypern gebeten wurde, doch mal diese ganz spezielle weitere Thüringer „Sehenswürdigkeit“ vorzustellen, will ich es denn versuchen. Möge man mir eventuelle begriffliche oder erklärungstechnische Fehlgriffe verzeihen – aber mein Wissen darüber ist kaum persönlich praxiserprobt, ja fast 'jungfräulich’.
Aber da ich nun doch schon geraume Zeit zu den Thüringer Erdenbürgern zähle (insofern ist es schon eine ‚moralische’ Verpflichtung, über dieses ‚fleischliche Gelüst’ Auskunft geben zu können), viele aus meiner Familie und meinem Freundes- und Bekanntenkreis einschlägige Erfahrungen und fundiertes ‚Fachwissen’ (als Esser und ‚Brätling’) zu diesem Thema haben (auf die ich mich einfach mal vertrauensvoll stütze), momentan ohnehin die absolute Hochsaison dafür ist – also so sei es: auf ganz besonderen Wunsch - ein Bericht über die THÜRINGER BRATWURST.
Was macht sie so besonders? Warum kreisen ab den ersten wärmeren Frühlingssonnenstrahlen bei vielen Mitmenschen die Gedanken so konzentriert in Richtung Grill – Bratwurst – Rostbrät’l – Kartoffelsalat – Bierchen (wir Damen ersetzen dies allerdings meist durch einen guten trockenen Rotwein)? Ist es allein ihr unübertroffener und typischer Geschmack (vorausgesetzt, sie wird lange genug, aber eben auch nicht zu lange, auf einem klassischen Holzkohlegrill gebraten – zwischendurch immer wieder mit Bier abgelöscht – wobei die einmal geöffnete Bierflasche sicherlich nicht ausschließlich dem Ablöschen dient, sondern häufig auch den Brater zum Durchhalten motivieren soll)? Oder die einfache Art, sie zu verspeisen (in ein Brötchen legen, mit Senf beglücken und abgebissen)? Ist es das Gemeinschaftsgefühl, das große, oft lustige und gemütliche Miteinander bei einer Grillparty?
Ich denke, all das zusammen.
Aber wie lange macht das ‚Objekt der Begierde’ die Menschheit nun schon glücklich?
Vor 3 Jahren feierte die Bratwurst bereits ihren 600. Geburtstag. Im Jahre 1404 wurde das aus reinem, zerhacktem Schweinefleisch mit Gewürzen bestehende Geburtstagskind erstmals urkundlich erwähnt. Die Original-Geburtsurkunde ist noch heute in der Thüringischen Staatsbibliothek in Rudolstadt zu sehen.
Zu Beginn ihrer Existenz, als sie noch in einer saftigeren Konsistenz verzehrt wurde, verspeiste man sie wohl hauptsächlich zusammen mit Klößen. Später, mit zunehmender Knusprigkeit, arrangierte sich die Bratwurst lieber mit einem trockenen Brötchen, versehen mit einem mehr oder weniger großen Klecks Senf (heute mischen sich Manche – vorwiegend die MCDonald-Generation – dies auch noch mit Ketchup).
In vielen Gegenden Deutschlands gibt es ebenfalls gebratene Wurstvarianten und manche geben sich auch das Pseudonym „Thüringer Rostbratwurst“ (um von deren weltweitem Ruf zu profitieren). Um sich aber von diesen zu unterscheiden, wurde eine neue EU-Verordnung erstritten: Jetzt darf die Thüringer Rostbratwurst nur noch aus Thüringen stammen.
Wie wird sie nun richtig verspeist?
Hier eine sehr praktikable Beschreibung (leicht adaptiert von mir), die ich bei meinen Recherchen fand:
Eine Thüringer Bratwurst isst man in der Andacht, die einem heimatlichen, kulinarischen Geschmacksereignis mit einer viele Jahrhunderte alter Tradition gebührt.
Wie schon oben beschrieben, isst man sie grundsätzlich nicht mit Messer und Gabel von einem Teller (anderenfalls würde man sich sofort als Nichtkenner der Materie outen), sondern aus der Hand, von der die in ein aufgeschnittenes Brötchen eingeklemmte und an den Enden herausragende, bissfertige, lockende Wurst, in festem Griff gehalten wird.
Jeder kundige Bratwurstesser nimmt vor dem ersten Biss die für einen ungetrübten Genuss erforderliche und für den Neuling dringend anempfohlene Körperhaltung ein.
Da der Wurst die innerliche Beschaffenheit, fett oder trocken, von äußerlich nicht anzusehen ist, beugt man den Oberkörper vor, reckt das Kinn, schürzt die Lippen und nimmt den lockenden, noch sehr heißen Zipfel erst einmal prüfend zwischen die Zähne.
Zum unvermeidlichen Preis des Hochgenuss gehören die dabei fettig werdenden Hände. Wer nach dem Verzehr einer Thüringer Bratwurst nicht mit spitzen Fingern in seinen Taschen nach einem Schnupftuch angeln will und den Umstehenden keine ulkigen Körperverrenkungen vorführen will, der sorgt schon vorher für ein griffbereites Tuch.
Natürlich lässt sich die Thüringer Bratwurst auch vermeintlich “stilvoller” genießen, mit Kartoffelsalat oder mit Sauerkraut, Kartoffelbrei, Petersiliekartoffeln oder Thüringer Klößen. In dieser Kombination ist es dann allerdings wieder sinnvoll, sich des Beiwerks Messer und Gabel zu bedienen.
Das schlimmste allerdings, was man einer Original Thüringer Bratwurst antun kann, ist die Verarbeitung zur Currywurst. Das würde das Herz eines jeden echten Thüringers zum Bluten bringen.
Wie bei allen wichtigen Dingen des Lebens, so gibt es bei der Bratwurst natürlich auch das Streben nach Einmaligkeit und Gigantischem:
Hier einige Weltrekorde, die von Thüringern gehalten werden:
3. Thüringentag in Ilmenau - 1998
50 Fleischer und Brater hatten in einer Nacht 3.710 Meter Darm mit 1,7 Tonnen Bratwurstmasse gestopft und so die längste Bratwurst der Welt hergestellt.
1999
Die längste Bratwurst der Welt misst 3046 Meter und wurde im Urland der Rostbratwurst, Thüringen, hergestellt
Weltrekord des thüringischen Fleischers Zollner aus Laasdorf (bei Jena) 5000m
2002 wurde der Erfurter Hans-Joachim Fuchs Grillweltmeister.
2005 wurde eine 333 Meter lange Bratwurst an einem Stück gegrillt.
08. August 2005
Die schnellste Bratwurst-Esserin der Welt, Sonya Thomas (wiegt nur 45 kg) verschlang in zehn Minuten 35 Bratwürste und übertraf damit deutlich den bisherigen Rekord von 19,5 Würsten.
Ihr kennt mich – ein bisschen Geschichte zum Thema muss auch noch kommen:
Die Bratwurst an sich soll es schon zu Homers Zeiten (um 700 v.u.Z. ) gegeben haben. Homer gibt in der Odyssee (20, 25) erste schriftliche Kunde von der Wurst. Er beschreibt, wie die alten Griechen die mit Fett und Blut gefüllten Ziegen- und Schweinemägen auf glühenden Kohlen rösteten.
In Thüringen gab es bereits 1432 eine Fleischhauerordnung der Thüringer Fleischer. Das war so etwas wie ein Reinheitsgebot für die Brat-, Leber- und anderen Würste.
Im 17. Jh. existierte eine Verordnung mit dem Titel „S(achsen) W(eimarischen) Artikel und Ordnung für das Fleischerhandwerk zu Weimar, Jena und Buttstädt“, in der der § 25 speziell der Bratwurst gewidmet war.
Selbst Johann Jacob Christoffel von Grimmelshausen preist im „Abenteuerlichen Simplicius Simplicissimus“ die Thüringer Bratwurst.
1797 erscheint das erste gedruckte Rezept für Thüringer Rostbratwürste im „Thüringisch- Erfurtisches Kochbuch“.
Ein historisches Erfolgsdatum dann für alle Thüringer: 17. Dezember 2003
An diesem Tag erfolgt die Zuerkennung der geographisch geschützten Angabe „Thüringer Rostbratwurst“ im „Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften“.
28. Mai 2006
Eröffnung des 1. Deutschen Bratwurstmuseums in Holzhausen (Thüringen) (darüber gibt’s dann noch einen gesonderten Bericht).
Aus Anlass des Angrillens 2006 auf dem Erfurter Domplatz wurde die Thüringer Bratwurstgemeinde aufgefordert, sich zur Thüringer Rostbratwurst zu äußern. Nachfolgend findet ihr einige der eingereichten Verse:
Was Karl-August unter Thüring’s Fürsten,
ist die Bratwurst unter Thüring’s Würsten!
(Dr. Herwart Feuerstein, Jena)
Ohne Wurst und Brätel,
fühlst du dich wie Hänsel ohne Gretel.
(Sylvia Gelbe, Erfurt)
Bratwurstesser lieben besser!
(Manfred Zerner, Unterwellenborn)
Ihr seht, die Bratwurst schmeckt nicht nur gut, sondern hat also auch noch erotisierende Wirkung, macht also Lust auf mehr :-)! In diesem Sinne allen: GUTEN APPETIT UND VIEL SPASS!
Testen könnt Ihr sie quasi überall in Thüringen: kein Fest ohne sie, keine größere, verkehrsgünstig gelegene Straße, an deren Seiten sich nicht Bratwurststände finden lassen. Viele Fleischerein haben ihren hauseigenen Stand.
Gabie Westbrock Meine Mutter hat mir heute ein Originalrezept für Rostbratwürste gegeben. Von 1968 und einem alten befreundeten Metzger meiner Eltern, aus Weimar.
Der Menge nach (5,-Kg hiervon, 3 Kg davon....) aber mehr für einen Metzger gedacht.
Mein Vater hat sie damals von einem Metzger herstellen lassen und wenn wir grillten, gab es original Thüringer Rostbratwürste.
Mhm.....lecker....
10 Luglio 2007
Barmann56 also ich komme ja aus einem fernen land (saarland) und lebe seit über 20 jahren in bamberg und glaubt mir die saarländer haben klasse wurstwaren, aber auf die thüringer bratwurst lasse ich nichts kommen, die ist ohne zweifel, mal ganz pauschal gesagt: klasse und ich bedauere alle menschen in mittel und norddeutschland, die ohne auskommen müssen. gerade mitteldeutschlands wurstwaren (na ja-ich lasse mich nicht aus)-in thüringen wird wenigstens noch nach alten rezepten gewurschtelt - so, das musste mal gesagt äh geschrieben werden
13 Luglio 2007
Moccavino - Middelhagen
Alt Reddevitz 18a, 18586 Middelhagen
16.04.2008
Es war der diesjährige Ostersonntag, aber kein wirklich österliches Wetter, um Goethes „Osterspaziergang“ in die Tat umzusetzen. Also konnte man sich auch guten Gewissens bereits in grauer Morgenstunde auf den Weg, genauer auf die schneeverwehten Autobahnen zum größten ostdeutschen Billardturnier nach Leipzig begeben, um seinem Junior ein Ostererlebnis der etwas anderen Art zu präsentieren. Also nicht Ostereiersuchem, sondern Kugellochen war angesagt.
Aber keine Angst, ich will jetzt nicht über die Vorzüge oder Nachteile (wobei mir letztere so spontan gar keine einfallen) der dortigen Spielstätte berichten, sondern habe einfach die Zeit des Wettkampfes genutzt (obgleich ich erst heute einige Minütchen finde, die handschriftlichen Aufzeichnungen online-fähig zu machen), die ich als mitreisendes ’Maskottchen’ meines Sohnes hatte, endlich – nach scheinbar 1000 Jahren Qype-Abstinenz – mal wieder etwas zu schreiben.
Da ja mit zunehmendem Alter auch das Erinnerungsvermögen etwas nachläßt, werde ich am besten etwas über die jüngere Vergangenheit, sprich über unseren kürzlich zu Ende gegangenen Kurzurlaub auf Rügen (Halbinsel Mönchgut) berichten, da sind die Impressionen einfach noch am frischesten. Und frisch war es im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe selten so ein „steife Brise“ erlebt wie in dieser Gegend – in die man sich aber aufgrund ihrer so vielfältigen landschaftlichen Reize einfach unsterblich verlieben muss.
Tägliche Wander-Spaziergänge von 15-25 km boten ausreichend Gelegenheit, sämtliche Witterungsvariationen, Sonne, Schnee, aber eben auch Sturm und Regen hautnah auszutesten. Mitunter reichte aber auch alle wasserfeste Kleidung nicht mehr aus und ein warmes Plätzchen für innere und äußere Erwärmung musste fluchtartig aufgesucht werden – idealerweise direkt am Meer und mit Blick auf selbiges.
Ein solches Refugium für physische und psychische „Erbauung“ bietet zweifelsohne das erst kurz vor Ostern neu eröffnete „MOCCARINO“.
Dieses vom ersten Eindruck her durch sein äußeres Erscheinungsbild nicht unbedingt gemütlich oder gar einmalig wirkende Haus, direkt am Ortseingang von Alt-Reddevitz (einem 150-Seelendorf) gelegen, sollte man bei einem Besuch dieses so herrlich friedlichen und ruhigen Ortes aber keinesfalls links oder genauer rechts liegen lassen, sondern einfach in diese kleine Oase in warmen gelb-orange-rot Tönen eintauchen und sich von den Kreationen der kleinen, aber feinen Speise- und Getränkekarte zu wunderbaren Kuchen, Torten und sonstigen Speisen inspirieren lassen.
Völlig neue Genusswelten offenbarten sich mir vor allem in puncto Kaffee- und Schokoladenkombinationen. Klingen Offerten wie “Kaffeepunsch – Kaffee mit Süßwein und Punsch aufgekocht, gekrönt mit einer Sahnehaube“ oder “Kaffee Moulin Rouge – Starker Kaffee mit aufgeschäumter Kirschmilch“ nicht einfach nur nach „Ja, probier mich!!!“ oder „Okay, das muss es jetzt unbedingt auch noch sein!!!“? Die Qual der Wahl in verführerischer Potenz! Eines der Fotos zeigt nur einen kleinen Vorgeschmack auf die Gesamtkarte.
Alle angebotenen Kaffee- und Kakaomixe können, je nach gusto, natürlich auch beliebig variiert werden. Die Betreiberin, Frau Sabine Küssner, gibt versiert Auskunft und Empfehlungen. Man spürt und sieht es in allem, dass sie mit Begeisterung und Enthousiasmus Gastronomin ist und über langjährige Praxis als Selbständige in diesem hart umkämpften Metier verfügt.
Absolut gigantisch die von ihr täglich ultra-meisterlich gebackenen Torten und Kuchen. Eindeutiges, wenn auch sündhaft hüftgefährdendes Highlight: SCHOKO-EIERLIKÖR-VANILLE-SAHNE-TORTE. Dazu noch eine heiße, weiße Schokolade mit After-Eight-Likör und Schokoeis …Herz, was willst Du mehr?
Danach sollte man jedoch vernünftigerweise möglichst mindestens halb Rügen zu Fuß umrunden – am besten noch über Alaska -, um wenigstens einen Teil der so delikat erworbenen Kalorien wieder abzuarbeiten. Täglich angeratene 10.000 Schritte sind da definitiv nicht ausreichend!
Sehr empfehlenswert auch die, zwar nicht regional spezifischen, aber absolut köstlichen verschiedenen Arten an Elsässischem Flammkuchen!
Aktueller saisonbedingter Renner: Matjes in 3 Variationen. Als Vegetarier kann ich hier allerdings keine eigenen Geschmackserlebnisse wiedergeben. Nach Aussagen meines Gegenüber jedoch soll auch dies sehr gut gewesen sein.
Und zu allem einen wunderbaren Merlot. Leider habe ich mir – eben doch schon altersbedingt – den Namen dieses edlen Tropfens nicht gemerkt. Es gibt aber nur diesen einen Merlot, insofern einfach danach fragen.
Ach, es kann einem schon gut gehen! Man genießt den Blick auf’s Meer (na ja, genau genommen, ist es der Bodden), das mediterrane Flair im Bistro (für ca. 30 Personen) … einfach angenehm und erholsam!
Im Sommer oder zumindest bei etwas heimeligeren Außentemperaturen kann man sich mit Sicherheit auch sehr entspannend auf der Terasse plazieren. Gleich gegenüber ein Spielplatz (nur durch die Dorfstraße getrennt – diese ist jedoch sehr wenig befahren), so dass auch die Kiddies unterhaltungstechnisch versorgt sind.
Alles in allem – empfehlenswert hoch drei! Volle 5 Sternchen!
Definitiv ein MUST bei unserem nächsten Trip in diese wundervolle Gegend!
Raetsel Ganz herzlichen Dank für Eure Kommentare. Ja, das war schon ein Ort der Verführung! Aber Mostros angefragte Kreationen klingen auch genial - gab es allerdings (noch) nicht. Könnte man ja mal vorschlagen. So kreativ, wie die Betreiberin ist, bestimmt kein Problem für sie.
16 Aprile 2008
meme ..... gefühlte 1000 Jahre Qype-Abstinenz - und ich komm erst heute in den Genuß dieses wunderbaren Beitrags, weil ich die Hoffnung schon fast aufgegeben und in letzter Zeit seltener nachgeschaut habe. Wirklich schön, dass Du wieder schreibst, hoffentlich demnächst mehr.
12 Maggio 2008
Hammelburg - Hammelburg
Am Marktplatz 1, Franken, 97762 Hammelburg
27.11.2007
Eines meiner nächsten Radtourziele (dieses Mal eine Richtung immerhin schon 25 km) war HAMMELBURG.
Dieses Örtchen - gilt als älteste Weinstadt Frankens - entwickelte sich aus einem 716 erstmals genannten fränkischen Kastell. 777 schenkte es Karl der Große dem Kloster Fulda – dabei wurde auch der Weinbau urkundlich bezeugt. 1240 erhielt es die Stadtrechte. 1816 wurde es – häufig umkämpft und deshalb befestigt - zu Bayern „eingemeindet“. Trotz eines 1854 wütenden großen Stadtbrandes, verfügt H. auch heute noch über bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten:
PFARRKIRCHE ST. JOHANNES d.T. – gilt als bedeutendes architektonisches Zeugnis der Spätgotik
RENAISSANCE-MARKTBRUNNEN (1541) mit einem Baldachin von 1669
RATHAUS (Ursprung um 1524, erneuert 1856)
Reste der aus dem 13.Jh. stammenden Stadtbefestigung sind erhalten geblieben, so z.B. der Bader-, Hüter und der Mönchsturm.
Das KELLEREISCHLOSS, auch Rotes Schloss genannt, wurde bis 1733 vom Fuldaer Fürstabt Adolph von Dalberg zur barocken Sommerresidenz ausgebaut. In den Gewölben lagern auch heute noch riesige Holzfässer mit Weinen der Hammelburger Winzergenossenschaft.
In der HERRENMÜHLE (um 1700) mit ihrer schönen barocken Fassade befindet sich das STADTMUSEUM mit dem zur Gegend passenden Ausstellungsschwerpunkt „Brot und
Wein“ (Turnhouter Straße 15/ Öffnungszeiten: Di – Do 10:00 – 12:00/ Di – So 14:00 – 16:00).
Einmal Hammelburg angesteuert, sollte man auch unbedingt noch BURG SAALECK – auf der anderen Seite der Saale gelegen – aufsuchen. Es erhebt sich direkt über dem 1649 gegründeten FRANZISKANERKLOSTER ALSTADT, jetzt Sitz der Bayrischen Musikakademie. Erstmals wurde es 1228 genannt. Der Bering der Burg mit dem Bergfried stammt vermutlich aus dem 12. Jh., der alte Wohnbau aus dem 16. und 17. Jh.. Alle anderen Gebäude wurden 1867, nach dem großen Brand, erneuert.
Heute lockt es neben seiner Historie mit einem Hotel-Weinrestaurant.
Am ersten Wochenende im September soll es in Hammelburg immer ein Weinfest und am darauf folgenden Wochenende im OT FEUERTHAL ein Straßenweinfest geben. Alle 2 Jahre wird im Juni das große Fest „HISTORISCHES HAMMELBURG“ veranstaltet.
Aber in und um dieses Städtchen lässt sich’s nicht nur gut trinken und feiern, auch sportlich kann man davor oder danach recht aktiv werden: Neben den Standards wie Hallenbad, Kegelbahnen, Tennis- und Angelplätzen bietet der Ort Anlagen für Motor-, Segel- und Drachenflieger und für Tontauben- und Bogenschützen. Die Saale selbst – ein munteres Medium für Paddelboottouren. Ausflüge per pedes oder Rad sind natürlich besonders empfehlenswert. Ein Ausflugstipp hierfür: das stille, westlich gelegene SCHONDRATAL.
Netty Von hier kommt eine Freundin von mir, Susanne Hofbauer. Sie lebt jetzt aber in München! So klein ist die Welt, dachte ich gerade, als ich Hammelburg las.
19 Febbraio 2008
Achim Lemweil Na Mensch, das hätte man beim Bund auch mal gesagt bekommen können, dass der Flecken die älteste Weinstadt in Franken ist. Stattdessen lassen die den Jungspund bei Wind und Wetter über den Truppenübungsplatz robben und vom EPA-Futter kosten. Dabei wären die Abende anstatt im Feldlager in der Stadt bestimmt angenehmer gewesen. Ober ob die Truppe dann noch einsatzfähig ist? Jedenfalls weiß ich jetzt, dass Hammelburg nicht nur für den Truppenübungsplatz steht. Weinkultur ist ja auch viel angenehmer!
13 Agosto 2008
Trimburg - Elfershausen
Elfershausen
26.11.2007
Bereits bei meiner Tour zur Klosterkirche nach Aura hatte ich von weitem dieses Städtchen und eine gut sichtbare Burganlage erspäht, wusste aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht, um welchen Ort es sich handelte. Die Burg wirkte jedoch so imposant, dass ich beschloss, ein nächster „Ausritt“ musste mich noch einmal dorthin führen. Nicht gleich morgen oder übermorgen, schließlich würde die Strecke doch einige Kilometer mehr aufweisen und da war schon etwas mehr Kondition gefragt.
Nun hatte ich mein Vorhaben in die Tat umgesetzt und war ganz tapfer die, eigentlich nur, 15 km (davon aber bestimmt die Hälfte bergauf keuchend-schiebend) zur RUINE TRIMBURG geradelt.
Die Trimburg war Stammsitz derer von Trimberg. Im 13. Jh. fiel sie jedoch dem Hochstift Würzburg zu und wurde nach wiederholter Verpfändung Würzburger Amtssitz.
1803 wurden die insgesamt drei Burgen vom bayerischen Staat auf Abbruch verkauft. Dies ist auch der Grund, weshalb von der obersten (Altenburg) und der untersten (Niederburg) nur wenig erhalten geblieben ist. Ganz anders die auf einem steilen Bergsporn gelegene eindrucksvolle mittlere Hauptburg. Schildmauer und Bergfried stammen aus dem 12. Jh., der Nordbau von 1615.
Elfershausen selbst ist ein freundlicher Ort. Empfohlen wird das GÄSTEHAUS ULLRICH mit seinen fränkischen Spezialitäten und vor allem fränkischen Weinen. Eigene Testerkenntnisse kann ich hier allerdings nicht beisteuern, da ich meine gerade abgestrampelten Kalorien ja nicht gleich wieder ersetzen wollte, schließlich drohte am nächsten Tag wieder die wöchentliche Wahrheitsminute auf der Waage.
le_gourmet in unsere liste der burgen aufgenommen, und das
mit dem trimm dich scheint ja auch ganz gut zu klappen
2 Dicembre 2007
FÜRST-RAKOCZY-DENKMAL - Bad Kissingen
Kurhausstraße, 97688 Bad Kissingen
24.11.2007
Bad Kissingen hat ja viele adlige und gekrönte Häupter gesehen. Kaiser Franz-Josef kam mit seiner Sissi, Zar Alexander aus Petersburg mit seiner Marie, Ludwig I. und II. von Bayern, Fürst Otto von Bismarck, Baron Rothschild, um nur einige zu nennen. Auch andere „Promis“ kurten hier, wie z.B. der Maler Adolph von Menzel, die Dichter und Schriftsteller Theodor Fontane und Leo Tolstoi.
Einer, der jedoch definitiv nie hier war, ist FÜRST RAKOCZY – legendärer ungarischer Freiheitskämpfer (1676 – 1735). Aber ausgerechnet nach ihm wurde die wichtigste Heilquelle des Ortes benannt. Der Grund dafür ist ganz witzig: In Bad Kissingen kurende Offiziere hatten den Fürsten und seine Art zu kämpfen im Krieg erlebt und gaben der Quelle seinen Namen wegen ihrer „durchschlagenden Wirkung“.
Auch trägt das größte Fest des Ortes seinen Namen. Das RAKOCZY-FEST findet alljährlich Ende Juli statt. Eröffnet wird es mit einem großen Ball im REGENTENBAU (errichtet 1913). Die Fußgängerzone am ALTEN RATHAUS ist an den Folgetagen stets Ort für Trubel, Musik und zahlreiche kulinarische Angebote. Am jeweiligen Sonntag findet der große FESTUMZUG statt, in dem sich all die historischen Persönlichkeiten, die schon einmal in Bad Kissingen weilten, ein Stelldichein geben. Sogar eine Autogrammstunde halten sie ab. Wo sonst bekommt man schon Live-Signaturen solch bedeutender Figuren der Vergangenheit?
Schade, mein Reha fand einfach zwei Monate zu spät statt. Würde mich schon einmal reizen, dieses Event mitzuerleben.
meme Und für das griße Fest machst Du nächstes Jahr einfach noch mal eine Nachkur zur Erholung von der Reha ;-))
6 Dicembre 2007
Gabie Westbrock Bad Kissingen hat noch ein bisschen vom alten "Bad" Flair, oder?
Ich wollte vor 5 Jahren auch unbedingt zur Reha nach Bad Kissingen, kam aber dann nach Bad Mergentheim.
Auf dem Rückweg habe ich in Bad Kissingen eine Pause eingelegt, die Fußgängerzone erkundet und mich in den Kurpark gesetzt.
Lass uns die Nachkur nächstes Mal zusammen zum Racosczy-Fest verbringen...wär doch auch mal eine Qypetour Idee...alle zusammen zur Reha!
10 Febbraio 2008
Ristorante SAN MARINO - Jena
Jena
26.08.2007
(aggiornata il 23.11.2007)
„Zwischen Freud und Leid ist die Brücke nicht breit.“
So in etwa könnte man unseren kürzlichen Besuch im Ristorante “San Marino“ resümierend überschreiben.
Aber der Reihe nach:
Da wir doch ganz gern einmal bei Kulinarischem nicht immer nur Kreationen der eigenen Küche genießen, hatten wir uns vor einiger Zeit zur Jenaer Happy-Dinner-Card überreden lassen (mit dieser diniert man zu zweit und kann in teilnehmenden Restaurants bis zu 50% sparen) und diese galt es nun, endlich einmal ’abzuessen’.
Eigentlich hatte ich (von den tollen Rezepte in der ‚Griechenland-Gruppe’ inspiriert - an dieser Stelle ganz herzlichen Dank an alle!) ja Lust auf “Grieche“. Gibt es auch im Rahmen dieser Karte. Aber das diesbezügliche Spezialangebot besteht in einer Grill- oder Fischplatte – für mich als Vegetarierin dann doch nicht so zwingend einladend. Also, weitersuchen im Angebot der Karte. Gleich auf der folgenden Seite des Infoheftchens: Ein „Italiener“. Da ich auch diese Küche sehr mag, das Preisangebot mit 8,50 € für 2 Hauptgerichte auch überzeugend klang, war die Entscheidung schnell getroffen und wir einige Minuten später bereits auf dem Weg.
Das „San Marino“ befindet sich unweit des Jenaer Stadtzentrums, im ehemaligen Gebäude des ‚Paradies-Bahnhofes’. Parken kann man direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, unmittelbar vor dem PHYLETISCHEN MUSEUM (http://www.phyletisches-museum.uni-jena.de) - ein lohnenswertes Ziel für Jeden, der sich für Stammesgeschichte und Evolutionstheorie näher interessiert.
Beim Eintreten ins Restaurant wird man sofort freundlich begrüßt, und auch die räumliche Ausgestaltung ist einladend. Es gibt zwei ineinander übergehende Gasträume, wobei der hintere, größere im Stile eines Wintergartens, zwar etwas Saalcharakter hat, dafür aber auch an einer Seite über kleine „Séparés“, sprich Nischen mit jeweils einem Tisch, verfügt, die gerade, wenn man als Pärchen dort speist, doch durchaus einen zarten Hauch von romantischer Zweisamkeit aufkommen lassen.
Somit wählten wir das hinterste und ruhigste Fleckchen – dies war jedoch in erster Linie dem Umstand geschuldet, dass es einfach sehr laut war, aber nicht etwa wegen einer zahlreichen Gästeschar, sondern weil die gesamte Fensterfront geöffnet war. Da jedoch an einer der meistbefahrenen Straßen Jenas gelegen, saßen wir sozusagen am Pulsschlag der Stadt und konnten den Verkehrslärm live genießen und ‚inhalieren’.
Die Speisekarte bietet mit Pizza & Pasta & Fleisch- und Fischgerichten den klassischen Standard, aber besonders einige Nudelgerichte klangen in ihrer Kombination doch etwas ausgefallener. Dennoch konnte ich mich nicht gleich entscheiden. Meine Entschlussunfreudigkeit schien den Kellner erst einmal zu einem längeren Verschwinden und Nichtwiederauftauchen zu bewegen. Als wir ihm dann doch wieder erinnerlich wurden, stellte ich ihn vor die nächste Herausforderung. Ich wollte nämlich ein leicht abgewandeltes Gericht, sprich eines der angebotenen vegetarischen Gerichte, aber ohne Sauce (ich weiß, ich bin damit überhaupt nicht typisch Thüringer, denn die mögen i.A. alles mit viel Sauce/ aber andere Gaststätten bekommen diesen Sonderwunsch, wenn auch manchmal leicht kopfschüttelnd, dass man/Frau dies überhaupt so trocken essen kann, ja auch ’gebacken’). Aber hier: No way. Dann blieb nur noch ein Gericht übrig, bei dem man wohl die Sauce weglassen konnte: Tagliattele mit Kirschtomaten, Ruccola und Parmesan.
Nachdem wir nun solange auf die Möglichkeit des Bestellens gewartet hatten, waren wir schon innerlich darauf eingestellt, dass auch das Essen länger dauern würde. Aber weit gefehlt! Keine 3 Minuten später, und der Kellner erschien mit unseren Tellern vor uns. Kann es sich in so kurzer Zeit um frisch zubereitete Speisen handeln?! Ich würde mal tippen: NEIN!
Meine Begleitung war dennoch geschmacklich mit seinem Gericht (Pasta mit Lachs in Sahnesauce) absolut zufrieden. Er fand es sogar super-lecker. Soweit zum Thema ‚Freude’.
Bei mir allerdings kam nach näherer Inspizierung meines Tellers und nach einer ersten Verkostung des auf diesem befindlichen Etwas die totale, deprimierende Ernüchterung. Offensichtlich hatte der Koch gemeint, wenn er die Sauce supprimieren sollte (was ihn vermutlich in seiner Kochehre absolut gekränkt haben musste), dann gab es nur eine mögliche Reaktion seinerseits – Reduzierung des Essens auf ein Nichts. Also ließ er nicht nur die Sauce, sondern auch gleich noch die Kirschtomaten weg. Kräuter oder sonstige Gewürze wurden nicht einmal an meinem Teller vorbeigetragen (hätte meinen Nudeln ja versehentlich einen gewissen Geschmack geben können!), die Parmesanstreuselchen konnte ich an einer Hand abzählen ... und Ruccola mag ich nicht wirklich. Alles in allem hatte ich dann sehr ’jungfräuliche’, absolut naturbelassene Tagliattele mit einem Hauch von Garnichts.
Nur gut, dass diese beiden Gerichte, quasi „Freud“ und „Leid“, zusammen ja nur besagte 8,50 EUR gekostet haben.
Nach diesem Essensfiasko für mich konnte dann nur noch ein rettender Gang in meine Lieblingsbar helfen. Der Mojito dort ist einfach genial! Da es auch wieder das leckere Ciabatta gab, wurde ich an diesem Abend dann doch noch satt.
Zusammenfassend für das „San Marino“ kann man sagen, dass das Essen, so man sich an die standardmäßig vorgegebene Speisekarte hält, recht gut bis sehr gut ist, die Preise in Ordnung sind, das Ambiente landestypisch und gemütlich ist, aber es Null Flexibilität, geschweige denn Kreativität bei Sonderwünschen gibt. Insofern nur kritische 2 Sterne.
Noch eine kleine Empfehlung:
Vom „San Marino“ aus kann man auch im Vorfeld oder im Anschluss einen erholsamen Spaziergang ins ’Paradies’ – einem Jenaer Park - unternehmen (dazu kommt noch ein gesonderter Bericht).
BISMARCK-MUSEUM Bad Kissingen - Bad Kissingen
Obere Saline 20, 97688 Bad Kissingen
23.11.2007
Bismarck-Museum, Bismarck-Turm, Bismarck-Straße – da muss es natürlich auch ein Bismarck-Denkmal in Bad Kissingen geben.
Und tatsächlich, in der Nähe der Salinen steht er da, groß und mächtig, der Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck.
Auch er gehörte zu den namhaften Persönlichkeiten in der Vergangenheit, die regelmäßig in diesen Kurort kamen.
Zudem war er einer der ersten Preußen, die in Bayern ein Denkmal gesetzt bekamen. Diese Ehre wurde ihm hier bereits 1877 zuteil. Warum? Ganz einfach, wegen eines einzigen Satzes, der bis heute PR-mäßig erfolgreich verwertet wird. Er soll nämlich gesagt haben, dass er die zweite Hälfte seines Lebens dem lieben Gott und Bad Kissingen verdanke.
Dass er in diesem Zusammenhang auch den lieben Gott erwähnte, ist auf den Umstand zurückzuführen, dass auf Bismarck während seines ersten Besuches in Bad Kissingen im Jahre 1874 ein Attentat verübt wurde. Sein lakonischer Kommentar nach dem missglückten Anschlag: „Die Sache ist zwar nicht kurgemäß, aber das Geschäft bringt es eben so mit sich.“
Dass er sich davon nicht beeindrucken ließ und das Bad trotz allem (heute würden wir sagen „qype“-mäßig) positiv bewertete, beweist die Tatsache, dass er danach noch vierzehn Mal nach Bad Kissingen kam (von 1876 – 1893 insgesamt 60 Wochen).
Während seiner Aufenthalte hier, wohnte er in der aus dem 18. Jh. stammenden OBEREN SALINE, wo sich heute das BISMARCK-MUSEUM befindet.
Zu erreichen:
a) mit dem Stadtbus Linie 6
b) mit dem Fahrrad oder zu Fuß auf der Salinenpromenade entlang der fränkischen Saale
c) mit dem „Dampferle“ ab Rosengarten bis zum Bismarck-Denkmal, ab dort 800 m Fußweg
Detaillierte Infos findet Ihr auf der Homepage des Museums.
meme Raetsel is back - fiel mir doch sofort ins Auge trotz unübersichtlichem Micro-Feed. Schön, dass wir uns jetzt wieder an Deinen schönen und interessanten Beschreibungen erfreuen können. Ich hoffe doch, Du hast eine Menge neuer Anregungen mitgebracht. Sehr interessant ist ja schon die obige Information - ein Preuße, dem in Bayern die Ehre eines eigenen Denkmals zuteil wird - Sachen gibts ;-))
23 Novembre 2007
Hexje Höchst interessiert lese ich die wunderbare Ausbeute Deiner Kur und stelle neidisch fest, dass Kissingen ja wunderbar sein muss, um dort zu kuren. Wenn Bismarck da soooo viele Wochen verbracht hat... In Bad Nauheim war er nämlich auch, wie der Plakette an einem Haus in der Parkstraße zu entnehmen ist. Es wird hoffentlich nicht nur eine Stippvisite gewesen sein. Jedenfalls kann sich Kissingen echt schmücken mit dem Lob des Kanzlers. Und die Salinen dort sehe ich mir doch gleich mal an.
Salzbegeistert
Hexje
24 Novembre 2007
Nessebar/ Bulgarien - Nesebâr
kiril i Metodii str. 19, 8230 Nesebâr
23.09.2007
21.11.2007 Endlich löse ich mein Versprechen ein. Hier nun die Fotos zu Nessebar.
***
NESSEBAR – sollte man gesehen haben! Nicht umsonst steht seine Altstadt auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.
Wir lernten dieses malerische Fleckchen im Rahmen eines über unseren Reiseveranstalter vor Ort gebuchten Halbtagesausfluges kennen.
Unsere Reiseleiterin, ein echt temperamentvolles und einen Witz nach dem anderen zum Besten gebendes Wesen (man bedenke, alles ja in einer Fremdsprache für sie), informierte uns schon auf der ca. 45 minütigen Fahrt dorthin über viele interessante Details zu Nessebar.
Die Stadt teilt sich in eine Neustadt und die historische Altstadt, wobei die Hotels in der Neustadt hauptsächlich von Einheimischen gebucht werden. Aus diesem Grund ist die Saison hier auch kürzer als in den anderen Urlaubsorten, da die Bulgaren wohl mindestens 27 – 29°C Außen- und 25 °C Wassertemperatur für einen Sommerurlaub benötigen (was ich sehr gut nachvollziehen kann), und diese Wärmegrade sind eben nur von Ende Juni bis Anfang September gegeben.
Verbunden sind die beiden Teile der Stadt durch eine Landenge. Es ist schon ein beeindruckender Anblick, wenn man über diese auf die Altstadt zufährt. Links und rechts das blaue Meer, weiße Segel am Horizont und vor einem die wunderschöne Halbinsel mit den vielen, schon von weitem sichtbaren Kirchtürmen und den Resten der Befestigungsanlagen.
Das auf der rechten Seite der Landenge im Meer stehende Monument der Hl. Marina – Schutzpatronin der Seefahrer – grüßt die ankommenden Besucher.
Die Halbinsel selbst hat eine Größe von 850×300 m. Besiedelt ist sie bereits seit dem 2. Jt. v.Chr. Bei Ausgrabungen wurden Ruinen eines thrakischen Hafens und weitere Siedlungsspuren entdeckt.
Griechen gründeten nach ihrer Eroberung der Schwarzmeerküste im 6. Jh. v.Chr. im Jahre 510 v.Chr. eine Kolonie, die sie Messambria nannten (aus dem thrakischen Namen „Menabria“). Von der damals errichteten Schutzmauer sind bis heute Überreste erhalten geblieben. Durch regen Handel kam M. schnell zu Wohlstand, was sich auch in der Prägung eigener Münzen zeigte.
Ab der Mitte des 2. Jh. v.Chr. begannen dann die Römer, die Balkanhalbinsel zu erobern. Es gelang ihnen, Messambria quasi ohne Zerstörung zu übernehmen. Das 4.- 7. Jh. brachte eine neuerliche Blütezeit mit der Errichtung von Verteidigungsanlagen, öffentlichen Gebäuden und Basiliken.
Ab 812, mit der Einverleibung in den jungen bulgarischen Staat, entwickelte sich M. zu einem wichtigen Überseehandelszentrum + Grenzfestung zwischen Bulgarien und Byzanz. Danach kam es zu häufigerem Besitzwechsel zwischen beiden.
Gegen Ende des 14. Jh. begann dann die osmanische Herrschaft, die der Halbinsel nur noch ein Schattendasein als unbedeutende Provinz bescherte.
Heute ist Nessebar eine der meistbesuchten Städte der Schwarzmeerküste. In keinem anderen Ort Bulgariens gibt es so viele mittelalterliche Kirchen der verschiedenen Jahrhunderte. Dies war wohl auch der ausschlaggebende Punkt für die UNESCO, N. in o.g. Liste aufzunehmen.
Nach dem Besuch, der aufgrund des straff gedrängten Zeitplanes nur eine knappe Stunde währte, stand für uns auf jeden Fall fest, hierher müssen wir noch einmal zurückkommen und mindestens einen Tag bleiben. Es ist ein so reizvoller Ort, für den man aber Zeit und Ruhe braucht, um ihn wirklich in sich aufnehmen und genießen zu können. Und dann müssen wir auch unbedingt in einem der zahlreichen Restaurants zu Abendessen, mit Blick auf das Meer, das muss dann Romantik, Erholung, Idylle pur sein.
Nessebar – wir kommen wieder – versprochen!
P.S. Bilder gibt es dann leider erst Ende Oktober (Kur wurde auf 6 Wochen verlängert), wenn die heimatliche Flatrate wieder greift.
Raetsel Nach 8 Wochen Reha endlich wieder in heimatlichen Gefilden - aber leider noch nicht wieder so richtig bei Qype gelandet - aber trotzdem hier zumindest endlich die versprochenen Fotos.
Auch allen besten Dank für Euren lieben Kommentare!
Schönen Abend!
21 Novembre 2007
Klosterkirche Aura - Aura
Nähe Bad Kissingen, Aura
23.09.2007
WOCHENENDE! Auch während einer Reha-Kur ein hart erarbeiteter Hochgenuss – denn dies bedeutet zwei Tage nach fast eigener Planung leben können.
Da uns Klärchen nochmals spätsommerlich gewogen war, kam nur eine Sache in Frage: Ein weiterer Randwanderweg musste erkundet werden. Also entsprechende Karte studiert und kurz entschlossen entschieden: RADWANDERWEG 41.
14 km – dies sollte eine machbare Distanz sein.
Mit dem Beinamen „Über dem Tal der Fränkischen Saale“ beinhaltet er folgende Stationen:
Bad Kissingen – Euerdorf - Aura a.d. Saale – Garitz – Bad Kissingen.
Ab Ortsausgang führt der Weg zunächst durch einen längeren Waldabschnitt, und hier werden bereits erstmals in Ansätzen Crossfahrfähigkeiten, Beinmuckis und starke Lungen getestet. Gestählte Radwanderer hätte diese Herausforderung wahrscheinlich nicht einmal einen schnelleren Puls beschert, aber ich musste mich schon recht stark zu jedem weiteren Tritt in die Pedalen motivieren. Obgleich die landschaftliche Schönheit links und rechts des Weges, meist oberhalb der Fränkischen Saale, dabei sehr hilfreich war.
Dann plötzlich, merkwürdige, nicht zuordenbare Geräusche im Wald - aber weit und breit weder Mensch noch Tier zu sehen, bis ich dann zu einem Warnschild gelangte, das mir Aufklärung brachte: FLIEGENDE GOLFBÄLLE. Offensichtlich hatten derartige, etwas fehlorientierte, flying objects unweit von mir eingeschlagen (und ich hatte doch nicht einmal einen Fahrradhelm zur Sicherheit auf ;-) …)
Nach einigen weiteren hundert Metern zeigten sich dann auch vereinzelte Golfianer. Nun wurde mir klar, dieser Radwanderweg führte durch das bewaldete Randgebiet eines Golfplatzes, den ich dann auch kurz danach erspähte. Qualitativ kann ich diesen als Voll-Laie zwar überhaupt nicht einschätzen, aber von seiner Lage her – wunderschön. Erstreckt er sich doch in einem lang gezogenen, idyllischen Tal. Allein der überaus reizvollen Natur wegen könnte ich mich hier für diesen Sport begeistern, was er nämlich bisher überhaupt noch nicht geschafft hatte.
Aber da noch einige Kilometerchen vor mir lagen, hieß es weiterfahren: Über Berg(lein) und Tal, vorbei an abgeernteten, schon sehr herbstlich wirkenden Feldern, Wiesen mit noch erstaunlich vielen Blumen, wild-romantischen Flussbiegungen, bis zum nächsten Ort: EUERDORF – ein nettes, kleines Städtchen, aber ein spezielles touristisches Highlight fiel mir, zumindest wenn man dem Radweg brav folgt, nicht wirklich ins Auge. Also, ohne Pause Tour fortgesetzt!
Mein nächstes anvisiertes Zwischenziel: AURA. Hatte ich doch gelesen, dass es dort eine KLOSTERKIRCHE und eine KLOSTERRUINE geben sollte. Neben dem sportlichen, wollte ich schließlich meiner Ausfahrt ja auch einen historisch-kulturellen Nährwert geben.
Obgleich noch fast 3 km von dieser Ortschaft entfernt, bestätigte mir ein Wegweiser, der in die entgegengesetzte Richtung zeigte, dass ich seit Bad Kissingen inzwischen schon 14 km tapfer geradelt war. Hatte mich mein Gefühl also doch nicht getrogen, dass die eigentlich angegebene Entfernung motivierend nach unten beschönt war und nicht ganz der Realität entsprach.
Aber nachdem ich den steilen Aufstieg zur Klosterkirche erklommen hatte, sagte ich mir – JA, es hat sich gelohnt! Offenbart sich einem von oben ein gigantischer Blick auf das im Tal liegende Aura und die gesamte weitere Umgebung, sozusagen ein Blick in die Weite des Landes. Den Weg nach oben säumen verschiedene Abbildungen des Leidensweges Jesu. Die Kirche selbst ist durch ihre Ausstattung auch wahrlich beeindruckend.
Wie immer, ganz ohne einige geschichtliche Fakten geht’s nicht, also hier die Kurzfassung der Historie:
Bischof Otto, der Heilige von Bamberg, gründete 1108 die Benedektinerabtei Aura/Saale. Sein Sekretär, der Mönch des St. Michaelklosters zu Bamberg, Ekkehardus, wurde der erste Abt des Klosters. Er starb im Februar 1130 im Rufe der Heiligkeit und wurde in der Mitte der Kirche begraben. Die übrigen Mönche wurden aus Hirsau im Schwarzwald nach Aura beordert.
Die Benedektinerabtei erlebte um 1480 ihre Blütezeit. Finanzieller Ruin aufgrund fehlender Einnahmen führte aber bereits 1564 zur Schließung. Ein 1618 durch Fürstbischof Johann Gottfried von Aschhausen versuchter Neuanfang scheiterte jedoch ebenfalls. Die Überreste dieses Versuches ist die Klosterruine Aura, ca. 1 km östlich gelegen.
In den Jahren 1660 -1690 wurde die romanische Klosterkirche verkürzt und vom Abbruch das heutige Pfarrhaus gebaut. Die gesamte Kirche wurde barockisiert und für das Dorf Aura als Pfarrkirche hergerichtet. Die wertvolle und reiche Ausstattung, wie sie heute zu sehen ist, stammt bereits aus dieser Zeit.
Direkt gegenüber der Ruine Aura gibt es eine kleine Gaststätte, deren Außenbereich einen wirklichen schönen Weitblick auf das gesamte Umland bietet. Wie das Essen ist, kann ich leider nicht beurteilen, da es mir ausschließlich nach einer Latte Macchiato gelüstete – bedauerlicherweise ist dies jedoch nicht in der Karte vorgesehen. Nun gut, entschied ich mich dann eben für ein Teechen. Nach dieser diätetischen Zwischenstärkung ging es nun weiter auf meiner Nr. 41. Übrigens gehört auch ein Teil dieses Radweges zum KAROLINGER-Weg (siehe hierzu auch mein Bericht „Schloss Aschach“).
Nun musste ich nur noch ca. 8 km bis nach Bad Kissingen zurück bewältigen, allerdings auch wieder mehr keuchend als genießend, waren doch ziemliche Steigungen wegbegleitend. Alles in allem waren es dann immerhin ca. 25 km. Wenn auch – zumindest für mich als untrainierte, aber willige Freundin des Radwanderns – recht anstrengend, so war es doch landschaftlich wieder ein totaler Hochgenuss und absolut zum Nachradeln empfohlen. …und meinem, sicher spätestens morgen früh einsetzendem Muskelkater werde ich ganz einfach mit einer nächsten Tour begegnen. Allmählich kann ich mich ja nun schon auf 30 – 40 km steigern :-)
P.S. Bilder gibt es dann erst Ende Oktober (Kur wurde auf 6 Wochen verlängert), wenn die heimatliche Flatrate wieder greift.
Raetsel Sorry, hatte ich total vergessen. Die ersten habe ich jetzt hochgeladen. Weitere folgen. Vielen Dank auch für die vielen positiven FBs! Schönes, frühlingshaftes WE!
29 Febbraio 2008
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